Oschersleben (Bode)

Oschersleben (Bode) ist eine liebenswerte Kleinstadt inmitten in der Magdeburger Börde zwischen dem Landschaftsschutzgebiet Hohes Holz und dem Naturschutzgebiet Großes Bruch.
Der Ort wurde erstmals 994 in einer Urkunde Kaiser Otto III. erwähnt, in der er dem Servatiusstift Quedlinburg das Markt-, Münz- und Zollrecht für ein ausgedehntes Gebiet verlieh. Die Grenze dieses Gebietes war das Große Bruch „...das Sumpfgebiet, das sich von Oschersleben bis Hornburg erstreckt“.
Eine Ansiedlung hat es aber vermutlich schon im 4. Jh. gegeben, denn Name und archäologische Funde weisen auf eine Besiedlung durch die germanischen Warnen hin. Der Name der Stadt bedeutet soviel wie „Besitz des Oskar“. Die Gegend zwischen dem Großen Bruch und dem Hohen Holz war für eine Besiedlung bestens geeignet, boten die fetten Weiden und fruchtbare Böden sowie der Wald gute Bedingungen für die Nahrungssuche sowie Material für Werkzeuge, Kleidung und Hausbau. Am östlichen Ende des Großen Bruches, an einem festen Übergang durch das Sumpfgebiet, errichteten die Warnen eine Siedlung - das „Alte Dorf“. Dieses gilt heute als Ursprung unserer Stadt. Der Damm wurde durch den Bau einer Sumpffeste geschützt. Später entstand daraus die Burg, die im Besitz der Bischöfe von Halberstadt war. Im Zuge der Christianisierung wurde auf dem Gelände des heutigen Burghofes wahrscheinlich schon 806 die erste Kirche, die Stephanikirche, gebaut. Auf Grund von Baufälligkeit musste sie Anfang des 17. Jahrhunderst abgerissen werden.
Oschersleben entwickelte sich bis zum 12. Jh. zu einer gut befestigten Stadt mit 3 Stadttoren und 3 Warten in der Gemarkung. Am Hackelberg sind noch heute Reste der alten Stadtmauer zu sehen. Die Stadt bildete den Übergang des Halberstädter Bistum zur Braunschweigischen und Magdeburgischen Seite. Die Bedeutung wird auch durch das Stadtwappen symbolisiert. Die eine Seite des gespaltenen Schildes zeigt zwei silberne gekreuzte Schlüssel auf rotem Grund. Auf der anderen Seite sind drei Pumpkeulen auf grünem Gras zu sehen, was auf die Lage am Großen Bruch hinweist.
Gerade diese Lage, die den Übergang zu den nördlichen Teilen des Bistums ermöglichte, führte dazu, dass sich die Stadt immer weiter entwickelte. Burg und Stadt wurden von bischöflichen Obervögten verwaltet. Leider ist nicht bekannt, wann das Markt- und Stadtrecht verliehen wurde. 1235 werden die Bewohner aber schon als „burgenses“ bezeichnet, was soviel wie Stadtbewohner bedeutete. In den Jahren 1542 bis 1545 wurde die Burg zum Schloss umgebaut. 1648 wurde die bischöfliche Burg eine kurfürstlich-brandenburgische Domäne. Vor ca. 160 Jahren erfolgte dann der Umbau zu einer landwirtschaftlichen Anlage. Mit diesem Umbau entstanden ein Kornhaus und aus dem ehemaligen Frauenhaus ein Wohnhaus. Hier wurden für Türen und Fenster alte Bauelemente verwendet. Vom ehemaligen Schloss ist heute noch der Treppenturm erhalten.
Bis zur Wende wurde der Burghof als landwirtschaftliche Einrichtung genutzt. In den letzten Jahren erfolgte der Abriss der baufälligen Stallanlagen sowie des Amtshauses. Mitten auf dem Burghof steht noch der Taubenturm mit Kegeldach.
Im 17. Jh. kam es zu mehreren verheerenden Bränden in der Stadt. Ganze Stadtteile wurden vernichtet, Rathaus , Schule und Kirche wurden zerstört. 1689 erlitt das Rathaus so große Schäden, dass eine Neuaufbau notwendig wurde. 1691 war der noch heute stehende zweigeschossige Teil am Markt fertig. Der dreigeschossige Anbau entstand 1736 auf der Stelle des ehemaligen Spritzenhauses. Im Jahre 1920 wurde der Teil in der Magdeburger Straße dazu gekauft. Bis dahin war er im Privatbesitz und diente als Hotel und Restaurant. Nachdem dieser Teil vom Magistrat der Stadt erworben wurde, richtete man ihn als Verwaltungsgebäude mit großem Sitzungssaal ein.
Auch im 18. Jh. gab es wieder Großbrände in der Stadt. Diese und Kriegsabgaben führten zur Verarmung der Stadt und ihrer Bürger. Erst Mitte des 19.Jh. begann ein Aufschwung, der auf den Anbau von Zuckerrüben, den Bau von Zuckerfabriken, den Braunkohlebergbau in Neindorf und Jakobsberg sowie auf den Bau der Eisenbahnlinien Magdeburg - Halberstadt und Oschersleben - Wolfenbüttel im 1842/43 zurück zu führen ist. Es entstanden Handwerks- und Industriebetriebe, Manufakturen und es entwickelte sich eine aufblühende Landwirtschaft.
Die Einwohnerzahl stieg sprunghaft an. Lag sie im Jahre 1800 bei 2.861 Personen, so waren es im Jahre 1900 schon 13.405. Durch das Anwachsen der Bevölkerung dehnte sich die Stadt immer weiter aus. Neue Schulen entstanden und für die Wanderarbeiter, die aus katholischen Gebieten kamen, um in der Landwirtschaft zu helfen, wurde 1867 eine eigene Kirche errichtet. 1892 erhielt die katholische Gemeinde auch eine eigene Schule.
Schon 1805 wurde am Wäschewall eine Synagoge für die kleine jüdische Gemeinde gebaut, die 1856 erneuert wurde. In der Nazizeit verkaufte die jüdische Gemeinde die Synagoge. Sie wurde umgebaut und seitdem für andere Zwecke genutzt. Seit 1954 gibt es eine weitere Kirche in der Stadt. Die neuapostolische Gemeinde errichtete in der Wasserrenne ihr Gotteshaus. In den letzten Jahren wurde dort viel gebaut und die Außenanlagen neu gestaltet. Ein weiteres Anwachsen der Bevölkerung war Mitte der 30er Jahre zu verzeichnen, als im Vorfeld des 2. Weltkrieges ein Rüstungsbetrieb in der Stadt entstand.
Aus vielen Teilen Deutschlands wurden die Arbeitskräfte heran geholt, um im Flugzeugwerk(AGO - Apparatebaugesellschaft Oschersleben) tätig zu werden. Für diese Arbeitskräfte mussten Wohnungen geschaffen werden. Ganze Straßen und Siedlungen entstanden. 1943 und 1944 wurden Werk und Stadt Ziel mehrerer Luftangriffe der Alliierten. 148 Einwohner wurden getötet, 350 verletzt und rund 500 Gebäude zerstört oder beschädigt. Betriebe Betriebe wurden geschlossen und die Arbeitskräfte dienstverpflichtet bzw. zur Wehrmacht eingezogen. Am 11.04.1945 endete durch den Einmarsch der Alliierten für die Stadt die nationalsozialistische Diktatur. Es begann der Wideraufbau und die Instandsetzung der Gebäude und Betriebe. Später wurden die Betriebe volkseigen und es entstanden im Bereich des Handwerks und der Landwirtschaft Genossenschaften. Im Handel gab es nur noch wenig Privatgeschäfte, diese mussten Kommissionsverträge mit volkseigenen oder genossenschaftlichen Handelseinrichtungen abschließen.
Der Wohnungsbau und die Werterhaltung wurden stark vernachlässigt. Viele Häuser mussten abgerissen werden. Erst in den 60er Jahren begann man mit Lücken- und Komplex Bebauungen. Neue Wohngebiete entstanden und mit Unterstützung der Betriebe bauten Bürger Eigenheime am Rande der Stadt. 1986 wurde mit der Sanierung der Altstadt begonnen. Hier gab es einen Mix zwischen Abriss, Rekonstruktion, Restaurierung und Neubau. Durch die Gestaltung von Alt und Neu, in Verbindung mit angepflanztem Grün, der Neugestaltung des Marktes und der Fußgängerzone, ist eine ansprechende Innenstadt entstanden.
Für die Freizeitgestaltung stehen die vielfältigsten Möglichkeiten offen. Mehr als 150 Vereine in den unterschiedlichsten Bereichen sind Heimat für Tausende von Mitgliedern. Kulturelle und sportliche Einrichtungen wie Bibliothek mit Lese-Café und Ausstellungsräumen zur Stadtgeschichte, Kinocenter, Schauaquarium, Tiergehege, Kinder- und Jugendfreizeitzentrum, Kanu-Zentrum, Segelflugplatz, Schwimmhalle und Freibad mit Fußball- und Beachvolleyballplätzen, Minigolfanlage, Reiterhof, Bowlingcenter, Tennisplatz sowie Sporthallen und Sportplätze sorgen für ein breites Angebot. Jährliche Feste wie das Schützen- und Bodefest mit dem traditionellen Bode- und Entenrennen, das Händler- und Straßenfest sowie die Veranstaltung zum bundesweiten „Tag der Regionen" ziehen Tausende Besucher in die Stadt.
Anziehungspunkt für jährlich rund 650.000 Besucher aus dem In- und Ausland ist aber nach wie vor die Motorsport Arena, die 3. permanente Renn- und Teststrecke Deutschlands und eine der modernsten Europas. Auf Grund von TV-Übertragungen vom Renngeschehen ist Oschersleben (Bode) über die Landesgrenzen hinaus bekannt geworden. Auch als Filmkulisse hat die Motorsport Arena schon mehrmals gedient. Die Nähe zum Niedermoorgebiet Großes Bruch und zum Landschaftsschutzgebiet Hohes Holz mit einer oft seltenen Flora und Fauna sowie die Nähe zum zur Landeshauptstadt Magdeburg mit ihren vielfältigen Angeboten und zum Harz bieten eine großartige Kulisse für einen Aufenthalt in unserer Stadt.
Bis zum Jahr 2007 war Oschersleben (Bode) Kreisstadt des Bördekreises. Dies änderte sich im Zuge der Kreisgebietsreform, denn seit dem 01.07.07 ist Haldensleben die neue Kreisstadt vom Landkreis Börde.
Marktplatz 1
39387 Oschersleben (Bode)
(03949) 9120
(03949) 912259
E-Mail:
Homepage: www.oscherslebenbode.de
Veranstaltungen
11.09.2010
5. Oscherslebener Radwandertag
12.09.2010
Tag des offenen Denkmals
13.09.2010
08:00 UhrFränze
Kinderbibliothek Oschersleben
13.09.2010
08:00 Uhr
Fränze
Kinderbibliothek Oschersleben
15.09.2010
Fahrt nach Meyendorf
17.09.2010
bis
19.09.2010
Deutsche Touren Meisterschaft (DTM)
Motorsport Arena Oschersleben
24.09.2010
19:30 UhrEinmal zu Fuß um die Welt mit dem WORLDRUNNER Robby Clemens
Stadtbibliothek Oschersleben
06.10.2010
Herbstwanderung
06.10.2010
10:00 Uhr
"Verletzte Landschaft ..." Autorenlesung für Jugendliche
Stadtbibliothek Oschersleben
06.10.2010
14:30 Uhr
"Literatur im Lese-Cafè" Autorenlesung mit Ludwig Schumann
Stadtbibliothek Oschersleben
24.10.2010
18:00 Uhr
Festliches Kirchenkonzert mit dem Alpentrio Tirol
Evangelische Kirche St. Nicolai
29.10.2010
19:30 UhrHerbstLese
Stadtbibliothek Oschersleben
03.11.2010
14:30 Uhr"Literatur im Lese-Cafè" Autorenlesung mit Christian Amling
Stadtbibliothek Oschersleben
01.12.2010
14:30 Uhr"Literatur im Lese-Cafè" eine Weihnachts-Lesung
Stadtbibliothek Oschersleben
08.12.2010
Weihnachtliche Heimatstube
Aktuelle Meldungen
Gemeinsame Aktivitäten der Städtepartnerschaft Oschersleben (Bode) - Schöningen
(23.03.2010)Gemeinsame Aktivitäten 2010
21. April 14.00 Uhr
Fahrt der Tourist-Information nach Schöningen
Besichtigung der Clus-Kirche, ein romanischer Kirchenbau
am Rande der Stadt
Kaffeetafel im dazu gehörigen Kloster
Anmeldung erforderlich.
Organisation: Stadt Oschersleben (Bode)
05. Juni 10.00 Uhr
Radwanderung nach Schöningen
mit Unterstützung der Kreisverkehrswacht Oschersleben, die die Radfahrer mit einem Pannenfahrzeug begleitet, das auch müde Pedalritter mit ihren Rädern aufnehmen kann. Zwischenstopp im Verkehrsgarten Völpke, wo ein Mittagsimbiss eingenommen wird.
Das Eintreffen in Schöningen ist für ca.13.30 Uhr vorgesehen. Hier treffen sich die Radler mit Schöninger Bürgern auf dem
Seniorenspielplatz, um diesen zu besichtigen und dessen Angebote zu testen.
Nachdem sich mit Kaffee und Kuchen gestärkt wurde, geht es gegen 15.00 Uhr zurück nach Oschersleben.
Anmeldung erforderlich.
Organisation: Stadt Oschersleben (Bode)
11.-13. Juni
Schützen- und Bodefest in Oschersleben
Am 12.06. gibt es ab 14.00 Uhr ein Bühnenprogramm im Rahmen des Tages der Partnerschaften, an dem sich
Kultur- und Musikgruppen beider Städte beteiligen.
Die Stadt Schöningen wird am Sonntag mit einem Boot am
Boderennen teilnehmen.
Organisation: Stadt Oschersleben (Bode)
30.Juli-01.August
Schützenfest in Schöningen auf dem Schlossparkplatz
Die Schöninger würden sich über den Besuch von Schützenschwestern und –brüdern aus Oschersleben sehr freuen.
Organisation: Stadt Schöningen
Anfang August
Fußballfreundschaftsspiel zwischen einer Stadtauswahl
Schöningen und dem OSC im Elmstadion Schöningen
Anpfiff: 18.30 Uhr
Organisation: Stadt Schöningen
27.-29. August
Altstadtfest in Schöningen
An allen Tagen wird es auf 3 Bühnen ein buntes Programm geben. Am 29.08. beteiligen sich daran auch Oscherslebener Kultur- und Musikgruppen.
Organisation: Stadt Schöningen
11. September
Weinfest in Schöningen
Der Verkehrsverein und der Seniorenbeirat Schöningen laden
von 11.30 Uhr bis 22.00 Uhr auf den idyllisch gelegenen Seniorenspielplatz im Wallgarten (Nähe Markt) ein.
Organisation: Stadt Schöningen
11. September
Volleyball-Turnier für Freizeitmannschaften in der
Damaschke-Sporthalle Oschersleben
Beginn: 10.00 Uhr
Organisation: Stadt Oschersleben (Bode)
10. Oktober
Tag der Regionen in Oschersleben
Die Schöninger beteiligen sich am Programm im Festzelt und sind mit Informationsständen in der Innenstand präsent.
Organisation: Stadt Oschersleben (Bode)
31. Oktober
2. Harwestüstern (Herbstflüstern oder auch Herbstmarkt)
Offene Grenzen - offene Türen - Erinnerung an die Grenzöffnung vor 20 Jahren
Ab 11.00 Uhr erwartet die Besucher ein buntes Treiben auf dem Marktplatz mit kulinarischen Genüssen aus Ost und West.
Organisation: Stadt Schöningen
Zu allen Veranstaltungen sind Gäste aus beiden Städten herzlich willkommen.
Schon jetzt können Anmeldungen hierfür erfolgen.
Nähere Informationen erhalten Sie bei:
Stadt Schöningen
Tel. 05352 / 512 177
E-Mail:
Stadt Oschersleben (Bode)
Tel. 03949 / 912 156
E-Mail:

Tag des offenen Denkmals am 12.09.2010
(23.03.2010)Veranstaltungen zum Tag des offenen Denkmals
Kloster Hadmersleben
Von 10.00 - 12.00 Uhr und 14.00 - 16.00 Uhr werden ständig Führungen durch das Kloster Hadmersleben durchgeführt.
Kontakt: Dr. W. Merfert (Tel.: 039408/6666)

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